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Ästhetische Feldforschung

zur Kirche St. Peter und Paul auf der Kirchwurt in Cappel bei Dorum und zur darin befindlichen Barockorgel von Arp Schnitger aus dem Jahr 1680.

Ein Kunstprojekt von Michael Weisser

Die Feldforschung zum Ort Cappel, darin zur Kirche St. Peter und Paul und darin zur Orgel von Arp Schnitger aus dem Jahr 1680 vollzieht einen Zoom aus dem Allgemeinen in das Besondere.

Jahrbuch der Männer vom Morgenstern Bd. 94 (2015), Bremerhaven 2016, Dr. Dietrich Diederichs-Gottschalk, “Ich glaube nicht, daß es in Ihrem Lande eine bessere Orgel gibt”. Die Arp-Schnitger-Orgel in Cappel im Lande Wursten.

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Weisser 2016, Compression 1562, Cappel, Arp Schnitger Orgel

DasEngagement von Diederichs-Gottschalk, gegen "ein abgeklärtes Einschlafen im bekannten Wissen" zu handeln, wirft Fragen auf:

1. Reichen die analogen Medien geschriebenes Wort und abgebildetes Bild in unserem 21. Jahrhundert noch aus, um neue Erkenntnisse zu gewinnen und sie dann in unserer ditalen, multimedialen, komplexen Welt vermitteln zu können?

2. Brauchen Forschung und Erkenntnis nicht die drei großen Medien Bild/Klang/Wort im Verbund um das ganze Spektrum der Sinne anzusprechen?

3. Sollte neben dem stehenden/stummen Bild nicht auch das bewegte Bild als Film und Ton einbezogen werden? Und ist beim Thema "Orgel" nicht ihr Klang als vitales Kriterium für Erkenntnis zu nutzen?

4. Wie geht man mit der gewonnenen Erkenntnis um? Ist sie nur für den kleinen Kreis der Forscher bestimmt? Oder soll sie möglichst weit im Spektrum verschieder Medien verbreitet und vor allem vernetzt werden?

5. Welche Rolle können kreative Methoden der Wissensvermittlung künftig einnehmen? Und welche Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang möglicher Weise der "Kunst" und dem "QR-Code" zu?

Der QR-Code ist ein wirksames Interface zwischen der analogen und der digitalen Welt, denn seine Varianten gehen gen unendlich. Damit ist der QR in der Lage, die Objekte des Universums zu erfassen.

Mit dem mobilen Smartphone gescannt verbindet der QR den Nutzer mit kommunikativen Funktionen, u.a. auch mit dem Internet. Dort liegt der Zugriff auf die Vielfalt neuer Medien und auf die komplexe Welt des angesammelten, vernetzten Wissens.

Der i:Code ist die zur bildnerischen Identität gestaltete Form des QR - er kann in seiner Anmutung auf originelle Weise Kunst und Wissenschaft verbinden.

DIE WhitePaperCollection:

Die „WhitePaperCollection“ veröffentlicht in einer EDITION Interviews und Dialoge mit Personen aus Kunst, Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik.

Aus dem Interview Weisser / Diederichs-Gottschalk

MW: Ihre aktuelle Forschung richtet sich auf den in Hamburg ansässigen Orgelbauer Arp Schnitger, der als einer der berühmtesten Vollender der norddeutschen  Barockorgel gilt. Ihr besonderes Interesse gilt dabei der Schnitger-Orgel aus dem Jahr 1680 in Cappel bei Neufeld, einem kleinen Ort zwischen Bremerhaven und Cuxhaven. Welcher Umstand hat ihren Blick auf dieses besondere Thema gelenkt? Was hat Sie motiviert über viele Monate hinweg nicht nur bestehende Literatur zu einem Artikel zu verarbeiten sondern mit großer Mühe an die historischen Quellen zu gehen, alte Handschriften in Archiven zu suchen und zu transkribieren?

DDG: Manche Dinge stehen einfach vor der Haustür. Und dann bittet man sie hinein. Ich wurde vom Kirchenvorstand Cappel gebeten, einen kleinen Beitrag zu einer Festschrift zu verfassen. Diese Anfrage habe ich gleich positiv beantwortet, meine Frau und ich waren da ja schon Mitglieder in der Cappeler-Schnitger-Orgel-Gesellschaft. Denn wenn man so viel große Kultur in der Nachbarschaft hat, sollte man sich am Erhalt beteiligen.

Da ich nun nicht altbekannte Erkenntnisse wiederholen wollte, habe ich angefangen zu forschen. Das fing mit den interessanten Archivunterlagen an, die offenbar noch niemand zuvor so richtig gelesen und ausgewertet hatte. Und ich begann zu staunen über die vielfältigen Schichten dieser Kunst- und Kulturgeschichte und bin daran gegangen, darüber einen längeren Aufsatz zu schreiben, den ich dann glücklicherweise auch in einem renommierten Jahrbuch veröffentlichen konnte.

Und so konnte ich eine ganze Reihe neuer Erkenntnisse über eine der bedeutendsten Barockorgeln Deutschlands publizieren, sehr zur Freude der Arp-Schnitger-Gesellschaften und Musikhistoriker.

MW: Wenn man ihren Forschungsbericht zur Schnitger-Orgel in Cappel liest, dann erkennt man im Text neben hoher Sachkenntnis auch ein starkes Engagement, geradezu eine Empathie für dieses Thema. Was verbindet Sie neben dem wissenschaftlichen Wissensdrang auf emotionaler Ebene mit dem Akt der Erforschung dieses Themas?

DDG: Ich möchte das mal vergleichen mit der Arbeit eines Kriminalisten. Ich suche nach Spuren, rekonstruiere Zusammenhänge und Motive, sammle Indizien und versuche, Beweise für meine Vermutungen zu finden. Und meistens sind das Dinge, die mir größtenteils vollkommen neu sind.

Es ist einfach schön, zu neuen Erkenntnissen zu kommen. Manche Entdeckungen wirken richtig elektrisierend. Forschung dieser Art schult den Geist und prüft das Denkvermögen.

Ja, und ich muss immer wieder quer denken: was wäre, wenn ich das und das entdeckt hätte? Glaubt mir das jemand, oder hält man mich für abgedreht? Es liegt durchaus ein Kitzel darin. Da liegt die emotionale Ebene, man merkt, dass der Geist noch lebendig ist.

Solche Forschung hilft gegen ein abgeklärtes Einschlafen im bekannten Wissen. Und besonders spannend wird es, wenn ich beweisen kann, dass eine vorgegebene Erkenntnis vielleicht doch nur eine vermeintliche ist. Forschung und Phantasie gehören zusammen.

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